Ausblick auf das Förderprogramm ab 2018

Im nunmehr siebten Jahr unterstützt die Jury „Spiel des Jahres“ Projekte, die die Stellung des Spiels als Kulturgut in der Gesellschaft stärken. Das sind bisher zu weit über 90 Prozent Spielaktionen von Vereinen, Kirchengemeinden, Schulen, Kommunen und Privatpersonen. Besondere Projekte, die über Spieltage, Spielwochenenden oder den Aufbau von Spieliotheken hinausgehen, sind leider äußerst rar. Aus der Masse heraus ragen Projekte wie „Nachgemacht“ oder die Ausstellung in Steinhude „Ausgezeichnet“. Insgesamt werden es am Ende des Jahres 181 Projekte sein, die mit einem Gesamtvolumen von über 270.000 Euro gefördert wurden. – Sicherlich eine sinnvolle „Graswurzelarbeit“ vor Ort, sicherlich viele lohnende Unterstützungen von Sozialämtern, Fachbereichen für Jugend und Familie, Ludotheken, Kinderstiftungen, Caritas-Verbänden und vielen mehr in ihrer Arbeit rund um die Förderung des Spiels. Was wir als Initialzündung für regelmäßige Folgeveranstaltungen verstanden wissen wollten, wird aber von einer Reihe dieser Institutionen zum Anlass genommen, die Anträge jährlich zu wiederholen. Wir wollten unterstützender Impulsgeber sein, aber nicht die Position eines Dauersponsors einnehmen; das würde die Vielfalt unserer Unterstützungen einschränken.

 

Zusätzlich verstärkt sich der Trend, dass kommunale und kirchliche Träger, universitäre Einrichtungen und Schulen für ihre Aktivitäten die Unterstützung für zum Teil hohe Personalkosten beantragen. In der Regel geht es dabei um mindestens das Doppelte des bald kommenden Mindestlohns, teilweise wird sogar die fünffache Summe beantragt, oft für Personen, die ihr normales Gehalt von dem jeweiligen Träger erhalten. Wir erwarten hier einen höheren ehrenamtlichen Einsatz, kürzen fast regelmäßig solche Anträge und reduzieren sie auf die Unterstützung für Spieleinkäufe.

„Spiel des Jahres“ hat, was kaum bekannt ist, schon lange vor der Einrichtung des Förderprogramms, regelmäßig Projekte und Institutionen im Spielebereich unterstützt. Über viele Jahre hinweg waren wir der Hauptträger des Deutschen Spielearchivs in Marburg. „Spiel des Jahres“ hat den Umzug nach Nürnberg wesentlich mitgetragen und beim Aufbau des Archivs und Archivsystems die Stadt Nürnberg unterstützt. Seit fast 20 Jahren unterstützen wir regelmäßig die Arbeit des Hippodice-Spieleclubs bei seinem auch international bedeutenden Wettbewerb für Spieleautoren. Seit 1997 organisiert „Spiel des Jahres“ das ebenfalls sehr erfolgreiche Stipendium für Nachwuchsautoren und fördert es mit jährlich 3000 Euro. Die stets sehenswerten Ausstellungen der Europäischen Spielesammler Gilde (ESG) während der SPIEL in Essen wurden auch schon lange vor der Einführung des Förderprogramms von „Spiel des Jahres“ gefördert. Ab 2010 konnten wir mit Unterstützung eines zusätzlichen Sponsors das Programm „Spielend gesund werden“ ins Leben rufen, mit dem in 20 Kinderkliniken kleine Spieliotheken eingerichtet wurden.

 

Bestimmte Projekte werden wir auch weiterhin langfristig unterstützen. Anträge auf Langzeitförderung können seit 2015 gestellt werden. Die weiteren Förderaktivitäten werden seit 2016 aber gebündelt. Für jedes Jahr werden Förderschwerpunkte festgelegt, die mittelfristig bekannt gegeben werden. Für das Jahr 2018 ist folgender Unterstützungsbereich vorgesehen: „Spiel des Jahres“ fördert Projekte, die Spielen und Spieleveranstaltungen in Jugendstrafanstalten anbieten.

Weitere Schwerpunkte können sein:

  • Inklusion
  • Kindergartenarbeit
  • Kirchenarbeit
  • Seniorenarbeit
  • Spieletage
  • Spielevereine
  • Unterstützung der Arbeit von Ludotheken
  • Unterstützung von Forschungsprojekten an Universitäten

Weitere Vorschläge nehmen wir gerne entgegen, auch Wiederholungen sollen nicht ausgeschlossen sein. Die am Anfang herausgehobenen besonderen Projekte sollen auch außerhalb dieser Vorgaben weiter unterstützt werden. Wir sind weiterhin sehr interessiert an der Förderung kreativer Projekte, die helfen, das Kulturgut Spiel in der Gesellschaft bekannter zu machen.

Für die Antragsverfahren bedeuten die Regelungen, dass weiterhin Anträge auf Einmalförderung gestellt werden können, zusätzlich auch Anträge auf Langzeitförderungen. Bewilligt wird eine Langzeitförderung für einen Zeitraum von drei Jahren, danach ist eine erneute Antragstellung erforderlich. Wie aus den Eingangsbemerkungen ersichtlich, können regelmäßige Spieletage von Kommunen, Vereinen und karitativen Einrichtungen nicht bei der Langzeitförderung berücksichtigt werden. Allerdings wird es auch für Spieletage immer einmal wieder eine Schwerpunktförderung geben.

Wieland Herold